"Hyper" bedeutet
auf Altgriechisch "über", "oberhalb" oder
"über hinaus". Wenn aus einem regen Austausch zwischen
einfachen Einzelelementen nach den Gesetzen der Emergenz etwas ganz
Neues entsteht, das buchstäblich mehr ist als die Summe seiner
Teile, entsteht eine Hyper-Realität. Für unsere einzelnen
Gehirnzellen ist das ganze Gehirn eine Hyper-Realität.
Hyper-Realitäten sind
komplex, was zum Zeitgeist passt: Komplexitätsforschung, so hört
man, wird zu Leitwissenschaft des 21. Jahrhunderts. Eine erste Lehre
daraus: Komplexität begreifen wir nicht, wenn wir uns an die
Regeln der Einzelelemente einer Hyper-Realtät klammern, sondern
nur, wenn wir uns intuitiv auf das Neue einlassen.
Das geht, auch auf der
Ebene unserer persönlichen Idenität. Über die allmähliche
Herausbildung einer Hyper-Identität (und damit auch eines Hyper-Sinns)
habe ich ein neues Büchlein geschrieben: Wir sind mehr
- Über die Evolution von Identität und Sinn.
Und dann habe ich festgestellt,
dass sich ein fast fertiger Roman, der zwei Jahre lang unbeachtet
in den Tiefen meiner Festplatte schlummerte, sich genau um dieselben
Themen dreht, wenn auch in einer ganzen anderen Form, und so habe
ich beschlossen, als Teil meiner Hyper-Realität auch dieses Ding
als Buch herauszubringen: Kleine Blumen - Ein Kreta-Roman mit
Bildern.
Schon lange Teil meiner
Hyper-Realität ist das Thema Werte. Ihm gilt momentan
der Hauptteil meiner Tätigkeiten - in Forschung und Rede.
Ihnen wünsche ich
einen lockeren Umgang mit Ihren Hyper-Realitäten und -Identitäten.
Wald AR (Schweiz), August
2008
